Description
In dieser ersten umfassenden Studie zur Geschichte Zentralnamibias im 19. Jahrhundert geht der His-
toriker Dag Henrichsen auf die komplexe afrikanische Alltags- und Herrschaftsgeschichte der Region
ein. Zentralnamibia erlebte zu dieser Zeit tiefgreifende Veränderungen – eine ausgeprägte Verarmung
seiner Bevölkerung um die Jahrhundertmitte, wenig später eine beeindruckende Konsolidierung von
Herero als wohlhabende Viehhalter- und moderne Gewehrgesellschaft und gleichzeitig die Her-
ausbildung der ersten christlichen Elite. Die neuen Ovahona wie Kamaharero, Zeraua oder Kamba-
zembi schufen nicht nur einen ausgedehnten Herrschaftsraum, das ehi rOvaherero (,,Land der Ovahe-
rero”), sondern setzten gegenüber der Damara Gesellschaft neue Abhängigkeitsverhältnisse durch.
Dag Henrichsen analysiert die ausgesprochen dynamische Hegemonialstellung der afrikanischen
Pastoralnomaden und geht auf die herausragende Bedeutung des aus der südafrikanischen Kapkolo-
nie expandierenden Handelskapitalismus ein. Die markanten Veränderungen im afrikanischen Alltag
werden ebenso dargestellt wie das Selbstverständnis der afrikanischen Christen auf den Missions-
stationen von Otjimbingue, Okahandja und Omaruru. Den Beginn der deutschen Kolonialherrschaft in
der Region verankert Henrichsen in einer akuten Herrschaftkrise, die zu frühkolonialer Rebellion von
jungen Afrikanern und einer ersten christlichen Frömmigkeitsbewegung unter Afrikanerinnen führte





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